sascha.fuerstenow@gmx.de

Freitag, 28. Oktober 2016

"Women in Georgian Film" ქართული კინო შტუტგარტში. Georgian Film and Video Festival in Stuttgart

Camera (36) Berlin 2016, Musquiqui Chihying

The Camera (36) ORWO 36mm B&W Film 1:10 on Loop 2016 Berlin Soundtrack from Olympia 1. Teil - Fest der Völker Olympia, one of the most prestigious propaganda films produced by German director Leni Riefenstahl, documented the 1936 Summer Olympics in Berlin, Germany. As Korea was controlled by the Japanese Empire at the time, when Sohn Kee-chung won the gold medal in the marathon, he was actually a member of the Japanese delegation. To reject his colonial nationality, during the award ceremony while the Japanese anthem played, Sohn intentionally hid the “Hinomaru (日の丸)” on his shirt, the symbol that represented the Japanese flag. His action was also recorded in the first part of Riefenstahl’s film: Olympia 1. Teil - Fest der Völker (Festival of Nations). As a filmed object, Sohn tried to resist the dominant narrative power of the camera by hiding the national flag, transforming a passive position into an active image in Riefenstahl’s film. The work The Camera (36) attempts to materialise this capacity of power reversal, by remaking the moment in a fictional documentary in the Olympic Stadium in Berlin. The work envisions through Sohn’s perspective how Riefenstahl made her famous shot of Sohn during the performance of the Japanese anthem.
Musquiqui Chihying

Buba (1930) Nutsa Ghoghoberidze

"Women in Georgian Film" 
- this is not another women festival! 

To find out more join the screenings. Opening next Friday, Nov. 4th. 7 pm. Theater am Olgaeck, Charlottenstraße 44, Stuttgart. 

Opening Program: Camera (36) Berlin Musquiqui Chihying (2016), Buba (1930) Nutsa Ghoghoberidze, The Last (2006) Sasha Rekhviashvili

Curated by  Lily Fürstenow

 Buba (1930) Nutsa Ghoghoberidze



The Last (2006) Sasha Rekhviashvili 



Introduction

In diesem Filmfestival geht es um die Frau: einschließlich all der Klischees die mit Frauen in unser Kulturgeschichte verbunden sind: Die Frau als Mutter und Hüterin des Hauses, als “dieses obskure Objekt der Begierde” nach Bunuel, als Mitglied der Gesellschaft in verschiedenen Zeiten und politischen Regimen, Frau als Opfer und als Projektionsfläche – letztendlich Frau als die ewige Quelle und Ursprung, als geistiges Prinzip, Komponent des YinYang Prinzips. Vor allem geht es um die Georgische Frau jetzt in Zeiten der Globalisierung, in der Epoche sozialen, geschichtlichen, und ökonomischen Umbruchs und Krise.

Die preisgekrönten Filmen im Festivalprogramm von Frauen und über Frauen thematisieren Georgien als ein Land am Rande Europas, als eine der ältesten Wiegen europäischer Kultur. Hier sind die Einflusse der orientalischen kulturellen Tradition noch immer spürbar und prägend. In den Filmen geht es um die gegenwärtige Umwertung alle Werte, und damit verbundene Stellung der Frauen: um ihre scheinbaren Freiheiten und materiellen Abhängigkeiten, um konventionelle gesellschaftliche Rollenverteilung und ungeschriebene soziale Regeln, um die wahren Lebensverhältnisse hinter den Fassaden postkommunistischer demokratischer Reformen, neoliberalistischen Marktökonomien und daraus stammende geschlechtliche Machtpositionen.

Nicht zuletzt geht es in diesen Filmen um die schwere Last statlinistischer Repression und sowjetischer Diktatur. Erstmalig auf den großen Leinwand nach MOMA und Premieren in zahlreichen internationalen Filmfestspielen zeigen wir in Deutschland die Filme von drei Generationen von Frauen im Georgischen Film: Meisterwerke der Georgischen Filmgeschichte “Buba” gedreht 1930 von Nutsa Khutsishvili-Ghoghoberidze - der ersten georgischen Filmemacherin, “Several Interviews on Personal Matters” der erste sowjetische feministische Film von ihrer Tochter der Filmemacherin Lana Ghoghoberidze und “Line of Credit” von Salome Alexi-Meskhishvili, Nutsas Enkelin. Diese drei Filme, die Georgische Filmgeschichte geprägt haben, von drei Frauen stammend, aus der selben Familie könnten kaum unterschiedlicher sein, thematisch und formensprachlich. Aber eines haben die Filmemacherinnen gemeinsam: den Mut Wahrheit durch kinematografische Mittel zu zeigen und was den Filmen betrifft - unverfehlbare ästhetische Qualität.

Kurz zum Eröffnungsfilm des Festivals “Buba” und seiner Autorin: Filmemacherin Nutsa Khutsishvili-Ghoghoberidze war Opfer der Stalinistischen Repressionen und sollte nach ihrer Entlassung aus dem Gulag mit Filmenmachen für immer aufhören. Ihre atemberaubende, emotionalgeladene Dokumentation “Buba”, gedreht im Jahr 1930 zeigt die Bewohner und die Natur vom Racha, einer Bergregion Georgiens. Der Film wurde verboten und erst Jahrzehnte später in ehemaligen sowjetische Filmarchiven aufgefunden von Nutsas Tochter, damals die einzige sowjetische Filmemacherin Lana Ghoghoberidze. Der Film “Buba” ist ein wahres Juwel der Kinogeschichte nicht nur wegen des Inhaltes und atemberaubenden Formensprache sondern auch weil an dessen Vorbereitung ein hervorragendes Team von Künstlern gearbeitet hat, wie zum Beispiel David Kakabadze, einer der bedeutendsten Georgischen Avantgarde Maler.

Wie in der Georgischen Film Retrospektive die von März bis Mai 2016 in der Werkstatt der Kulturen in Berlin stattfand, freuen wir uns, auch jetzt ein herausragendes Kurzfilmprogram als Ergänzung, Kontrapunkt und Videokommentar zu den langen Spiel- und Dokumentarfilmen im Programm präsentieren zu können. Es sind künstlerische Positionen der Gegenwart junger Künstler weltweit, die ich eingeladen habe am Festival teilzunehmen und dabei die Parallelen, Kontinuitäten und Einflusse im gegenwärtigen Kino und Videokunst zu hinterfragen.

Lily Fürstenow-Khositashvili

All images courtesy of Lily Fürstenow-Khositashvili

Impressum:

e-merginG artistS

Torstrasse 208, 10115,
Berlin
lilykalanda@yahoo.co.uk
030 9789 38 97