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Dienstag, 16. Juni 2015

Samira Freitag

SIEBDRUCK - UND MISCHTECHNIKEN:

The "Survivors" exhibition was initiated and curated by Wolfgang Petrick. Exhibition duration: 01.06.2014-13.07.2014.Both the exhibition poster, the flyer and all related presentation materials for "Survivors" were designed by Samira Freitag, who among others exhibited her recent work in this group show. 

Flyer for the exhibition "Survivors"



SAMIRA FREITAG
1982 in Berlin-Charottenburg geboren, lebt und arbeitet in Berlin (De).
Studium
2001-2002 Gasthörerschaft an der Swinburne University National School of Design in Melbourne bei Prof. Lueckenhausen und Prof. John Bassani
2004-2007 Ausbildung zur staatlich geprüften Grafik Designerin, Lette Verein, Berlin
2010-heute Studium der Freien Bildenden Kunst an der Udk, Universität der Künste in Berlin bei Prof. Held
2013 ERASMUS-Programm an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Daniel Richter und Prof. Damisch
Ausstellungen
2007 „Grafik28“, Galerie Neurotitan, Berlin
  1. 2011  Berlin-Manchester, Erlengut, Zürich
  2. 2012  Waldorf Astoria, Harvest Art Collection, Berlin
  3. 2013  „LUXUS+“, Museum FLUXUS+, Berlin-Potsdam
  4. 2014  „Fleurs du Mal“, Dorothea Konwiarz Stiftung, Berlin
2014 Survivors, Löwenpalais Stiftung Starke, Berlin
Stipendien
2008 Arbeitsstipendium- und Aufenthalt in Barcelona beim Plattenlabel ‚Sinnamon Records‘
2013 Dorothea Konwiarz Stiftung, Berlin 

Samira Freitags
bildnerische Arbeit umfasst Malerei, Zeichnungen, Siebdrucke und Radierungen.
Sie bedient sich auch der Fotografie, die sie verfremdet und in ihren Collagen weiterverarbeitet. Ein dunkles Farbspektrum sowie die Farben Rot, Blau und Violett bestimmen das Geschehen. Porportions- und Perspektivverschiebungen kennzeichnen ihre Bilder, Themen, Motive und Formenrepertoire durchdringen sich wechselseitig. In ihren Bildern co-existieren verschiedene Realitäten in einer Mischung aus Mythen, Visionen, Träumen und Wirklichkeiten, die zu einem neuen Kosmos verschmelzen. Die Werke der Künstlerin beziehen sich aufeinander, sie kreiert einen eigenen Formenkanon mit sich ähnelnden Figuren, Chiffren und Archetypen, die für den Betrachter durch die Reihung lesbar werden.

Die bildnerischen Prinzipien lauten: Sinnlichkeit, Simultanität und Deformation.
Was die Künstlerin befremdet, überwältigt, erschüttert und in den Bann zieht, setzt sie bildnerisch in beklemmende, aber auch spährische Visionen, Phantasmagorien und atmospährische Räume um.
Es sind Momentaufnahmen dessen, womit sie sich zur Zeit intensiv auseinandersetzt.
Es geht um die Kommunikation innerer Zustände in Bildern, deren Subjekte oft in einem Zustand der inneren Anspannung und Verletztbarkeit dargestellt sind, obwohl man zugleich den Eindruck gewinnt, dass sie beschützt, beseelt und voller Hoffnung sind. Zum Teil tauchen auch erotisch
und verführerisch anmutende Figuren auf.

Samira Freitag versteht sich als eine Forscherin der inneren Befindlichkeiten des menschlichen Lebens und ergründet dabei verschlossene Emotionen, Tabus und Zustände – um Menschheitsbelange, die oft im non-verbalen Bereich liegen. Die Bilder kreisen um die Themen Wandlung und Brechung von Grenzen, indem eine Ästhetik der Metarmorphose gezeigt wird, in der Mensch, Fauna, Flora, Technik und Anorganisches sich gegenseitig durchdringen, verbinden und Neues hervorbringen. Hier lässt sich ein Prozess des Abstoßens und Fügens, der Deformation und Transformation von einer Form in eine andere ablesen. In vereinzelten Bildern wird das Thema 'Grenzüberschreitung' auch an Hand der Materialität der Farbe sichtbar, indem biomorphe Strukturen und feminin-organischen Formen aufeinandertreffen, die Inneres nach Außen kehren. Diese Stellen wirken wie körperliche Wunden, die hemmunglos exhibitionistisch zur Schau gestellt werden. Die Künstlerin ist an Grenzsituationen des Lebens interessiert und möchte Dinge ansprechen, die regelrecht 'unter die Haut gehen'. Momentan setzt sie sich intensiv mit den Themen 'Haut' und 'Häutungen' auseinander. Ihr Fokus liegt vor allem auf dem Bereich zwischen Innen
und Außen, für den sie einen visuellen Ausdruck immer wieder aufs Neue sucht.
Das Thema der Häutung findet ihren Ursprung bereits im Marsyas-Mythos in der
griechischen Antike (5. Jhd.) und wurde in der Kunstgeschichte immer wieder aufgegriffen.
Der Mythos erzählt von einem musikalischen Wettstreit zwischen dem Lichtgott Apoll und dem Silen Marsyas. Marsyas verliert das Duell und wird von Apoll auf grausame Weise bestraft,
indem ihm die Haut bei lebendigem Leibe abzogen wird. Der Häutungsakt trennt Außen und Innen, Oberfläche und Tiefe, Ordnung und Unordnung. Die Geschichte versteht sich im übertragenen Sinn als ein Kräftemessen zweier Wertesysteme der Kunst. Apoll steht für die Ordnung, die gesittete Kunst und die Zivilisation. Marsyas verkörpert dagegen die Sphäre des Dionysos, des Wilden,
des Barbarentums und des ungezügelten Übermuts.

Auch heute noch leben wir in einer Welt der Extreme, der Gegensätze und der Gewalt.
Diese Wucht zeigt sich in Samira Freitags Bildern: Es ist eine unerbittliche und dennoch sinnliche Welt – eine ganz eigene Welt, in der Abgründiges, Ver-rücktes und Geheimnisvolles, aber auch Hoffnung, Regeneration und die Schöpfung des Neuen regiert. Die Bilder haben Aufforderungscharakter: Sie animieren zur Selbsterfahrung und Reflektion, der Betrachter muss sich in seiner Partizipation neu den Dingen stellen. 


Radierungen

Black snakeskin, 2015
muňeca antigua, 2015
leftovers, 2015

Siebdruck und Mischtechniken

broken body, 2015
Transformer 1, 2015
Transformer 2, 2015
Transformer 3, 2015
Transformer 4, 2015
Transformer 5, 2015
Transformer 6, 2015
Transformer 7, 2015


Collagen -und Zeichenbücher


 abandoned places, 2015, Mischtechnik, 35x27cm

 Bizzare Budapest, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

Bloody Rain, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

Digging, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 Female Energy, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 human leftovers, 2015, Mischtechnik, 35x54cm

 Mondwanderung, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 nocturnal reflections, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 muňecas verdes, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 night warrior, 2015, Mischtechnik, 35x27cm
 Begleiter, 2015, Mischtechnik, 35x54cm

 Schuss, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm
 Sprung ins kalte Wasser, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 The Agony of Madonna, 2015, Mischtechnik, 200x130cm

 The Agony of Madonna (Detailausschnitt), 2015, Mischtechnik, 200x130cm

 This is a heart, 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

 There is a heart and where is the soul? 2015, Mischtechnik, 43,5x90cm

You are a woman,  2015, Mischtechnik, 35x27cm


All images courtesy of Samira Freitag and e-merginG artistS

For additional information please contact

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